Wenn du ein Hotel in der Schweiz führst, musst du niemanden davon überzeugen, dass der Markt aktuell sehr aktiv ist. Die Zimmer füllen sich, die Nachfrage ist da, Gäste reisen – und in vielen Regionen sogar in Rekordzahlen.
Gemäss den offiziellen Tourismusstatistiken des Bundesamts für Statistik (BFS) erreichte die Gesamtzahl der Logiernächte bis Oktober 2025 rund 37,9 Millionen – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, getragen sowohl von inländischen als auch von internationalen Gästen.
Gleichzeitig steigen die Betriebskosten weiter – von Löhnen bis Energie – und qualifiziertes Personal bleibt knapp. Gäste vergleichen konsequent, und Entscheidungen, die früher «gut genug» waren, müssen heute fast täglich richtig sein.
Kombiniert mit veränderten Gästeerwartungen und schnell wechselnden Nachfragemustern wird klar: Statische, einmal jährlich festgelegte Preise reichen nicht mehr aus.
Werfen wir einen genaueren Blick darauf, was den Schweizer Hotelmarkt 2026 prägt – und was das für deine Preis- und Revenue-Management-Entscheidungen bedeutet.
1. Starke Nachfrage – aber weniger Planbarkeit
Die Schweiz bleibt ein attraktives Reiseziel. Marktforschungen von Statista bewerten die Schweizer Hotellerie 2025 mit über 15 Milliarden US-Dollar, bei stabilem Wachstum bis 2030.
Doch auch wenn die Gesamtnachfrage stark ist, hat sich ihre Struktur verändert:
- Nachfragespitzen sind ausgeprägter
- Nebensaisons lassen sich schwieriger klar abgrenzen
- Gästesegmente verhalten sich sehr unterschiedlich
- Der Kostendruck lässt weniger Spielraum für Preisfehler
In der Praxis bedeutet das: Umsatzpotenziale sind weiterhin vorhanden – lassen sich mit fixen Jahresplänen und statischen Preislisten jedoch deutlich schwerer ausschöpfen.
Der Erfolg im Jahr 2026 hängt weniger von einer «perfekten» Jahresstrategie ab, sondern davon, wie gut du dich laufend an veränderte Bedingungen anpassen kannst.
2. Das Buchungsverhalten hat sich deutlich verändert
Das hören wir von Hoteliers aus allen Regionen – und die Daten bestätigen es.
Das Buchungsverhalten entwickelt sich klar in Richtung:
- kürzere Buchungsvorlaufzeiten
- höhere Sensibilität gegenüber Events und Wetter
- weniger vorhersehbare Pick-up-Verläufe
In alpinen Regionen wie Graubünden oder dem Wallis beeinflussen Wetter und Wochenendmuster die Nachfrage anders als in urbanen Zentren wie Zürich, Genf oder Basel. In Städten können Messen und Business-Events innerhalb weniger Tage – nicht Wochen – starke Nachfragespitzen auslösen.
Für dich bedeutet das: Flexible Preisgestaltung ist kein Nice-to-have mehr. Hotels, die weiterhin mit starren saisonalen Preislisten arbeiten, riskieren relevante Umsatzchancen zu verpassen, weil ihre Preise nicht mit den Echtzeitveränderungen des Marktes Schritt halten.
Viele Hoteliers setzen zwar starke Hochsaisonpreise, zögern jedoch, diese bei zusätzlicher Nachfrage weiter anzupassen. Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar – etwa wegen Gästeerwartungen, Markenpositionierung oder der Angst vor «Überpreisung». Gleichzeitig zeigt der Changing Traveller Report 2026 von SiteMinder, dass immer mehr Reisende ausdrücklich zustimmen, dass Preise nach Nachfrage festgelegt werden dürfen – selbst wenn dies höhere Kosten für sie bedeutet.
3. Personalmangel bindet weiterhin Zeit und Fokus
Der Fachkräftemangel bleibt eine der grössten Herausforderungen der Schweizer Hotellerie. Front Office, Housekeeping, Küche, Reservationen – und zunehmend auch Revenue-nahe Aufgaben – sind betroffen.
Die Folge ist absehbar: Der Fokus liegt auf dem Tagesgeschäft – Check-ins, Zimmer, Service, Einsatzpläne. Strategische Arbeit, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit sichert, wird auf «später» verschoben.
Dabei betrifft der Personalmangel nicht nur den Gästebereich. Auch HR, Administration und Führung stehen unter Druck. Genau deshalb verweisen Branchenorganisationen wie hotelleriesuisse auf Digitalisierung und Automatisierung als Mittel, um administrative Aufwände zu reduzieren und den Betrieb langfristig tragfähig zu machen.
4. Nachhaltigkeit ist kein Zusatz mehr, sondern Standard
Nachhaltigkeit hat sich vom «Nice-to-have» zur Erwartung entwickelt. Schweizer Hotels investieren verstärkt in energieeffiziente Gebäudetechnik, ressourcenschonende Abläufe und Zertifizierungen wie Swisstainable.
Diese Massnahmen stärken die Marke und das Vertrauen der Gäste – insbesondere bei umweltbewussten Reisenden – sind jedoch mit höheren Anfangsinvestitionen verbunden.
Eine dynamische Preisstrategie in Echtzeit kann dabei helfen, den Wert dieser Investitionen abzubilden, indem Preise besser an die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Angebote angepasst werden.
5. Die Guest Journey ist digital – 2026 sollte Pricing es auch sein
Digitale Prozesse wie Gästekommunikation, Online-Check-in oder kontaktloses Bezahlen sind in der Schweiz längst Standard. Die Preisgestaltung hingegen wird vielerorts noch «klassisch» gehandhabt: saisonale Preislisten, manuelle Anpassungen oder punktuelle Updates.
Gleichzeitig gilt:
- Gäste vergleichen Preise kontinuierlich, zunehmend unterstützt durch KI-basierte Reiseplanung
- Wettbewerber passen ihre Preise täglich an
- Nachfrage reagiert nahezu in Echtzeit
Modernes Revenue Management bringt hier Klarheit:
- Wann ist Nachfrage wirklich vorhanden?
- Welchen Preis akzeptiert der Markt heute?
- Wo liegen Umsatzchancen, die aktuell verpasst werden?
Gerade in der Schweiz, wo sowohl Luxus- als auch stark saisonale Betriebe in einem Hochkostenumfeld arbeiten, ist diese Transparenz entscheidend, um Auslastung und ADR in Balance zu halten.
6. Unterschiedliche Gäste erfordern differenzierte Preisstrategien
Der Schweizer Gästemix im Jahr 2026 ist vielfältig:
- internationale Fernreisende
- bewusst entscheidende Inlandsgäste
- Bleisure- und Remote-Work-Reisende
- Wellness- und Erlebnisgäste
- preisbewusste Familien
Sie buchen unterschiedlich, bleiben unterschiedlich lange und sind bereit, für dasselbe Zimmer an verschiedenen Tagen unterschiedliche Preise zu zahlen. Dynamische Preisgestaltung bildet diese Unterschiede ab, ohne zusätzliche Komplexität zu schaffen. Das Ziel ist nicht, mehr zu verlangen, sondern richtig zu verlangen.
7. Steigende Kosten machen präzise Entscheidungen unverzichtbar
Lohn-, Energie- und Beschaffungskosten steigen weiter. In der Schweiz stehen Margen selbst bei guter Auslastung unter konstantem Druck, wie unter anderem Kosten- und Preisindizes des Bundesamts für Statistik zeigen.
In einem Hochkostenland wie der Schweiz ist professionelles Revenue Management zentral für langfristige Wettbewerbsfähigkeit und finanzielle Stabilität. Datenbasierte Preisgestaltung hilft dir dabei:
- Preiserhöhungspotenziale zu erkennen
- Unterpreisung zu vermeiden
- Umsätze in Hochphasen zu maximieren
- eine solide Grundlage für zukünftige Investitionen zu schaffen
Diese Transparenz schützt die Marge und bietet einen klareren Weg durch anhaltenden Kostendruck.
2026: Ein Jahr datenbasierter Entscheidungen für Schweizer Hoteliers
Für Schweizer Hoteliers wird 2026 vor allem eines bedeuten: die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden, weiterzuentwickeln. Die Nachfrage ist dynamischer, Teams sind schlanker, Gäste vielfältiger, Nachhaltigkeit Standard – und der Markt bewegt sich schneller, als manuelle Prozesse realistisch abbilden können.
In diesem Umfeld wird eine strukturierte, datenbasierte Preisstrategie zunehmend unverzichtbar. Ein automatisiertes Revenue-Management-System unterstützt dich dabei, klarer, effizienter und verlässlicher zu arbeiten – ohne zusätzlichen Druck auf dein Team.
Das Ergebnis: mehr Transparenz, höheres Umsatzpotenzial und mehr Stabilität in einem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld.
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